Relief an der Rückwand der Spittelkolonnaden 2019 (Banner)

Spittelbrücke und Spittelkolonnaden: Das zerstörte Meisterwerk

Dieser Beitrag ist Teil 4 von 8 der Beitragsserie "Die Spittelkolonnaden"

Am späten Nachmittag eines Tages im Sommer des Jahres 1932 geht ein junger Mann langsamen Schrittes über den Spittelmarkt. Den ganzen Tag war er bereits zu Fuß in dieser großen Stadt unterwegs, so daß seine Beine langsam müde werden. Doch dies spürt er kaum, so fasziniert ist er von dem Gewimmel der Passanten um ihn herum, von dem Verkehr, den vielen Geschäften, von all dem kunterbunten Großstadtleben. Wie vielfältig diese Stadt doch ist.

Unter den Linden hatte er prachtvolle Gebäude gesehen, in denen mondäne Cafés ihn zum Verweilen einluden. Dann der Lustgarten mit dem schönen Museum und dem großen Dom. So riesige Kirchen hatten sie in seiner kleinen Heimatstadt nicht. Vom Schloß mit seiner großen Kuppel und den vielen Portalen, wo einst der Kaiser residiert hatte, war er zum Alexanderplatz gewandert, wo die Stadtbahn über den Köpfen der Menschen vorüberbrauste und unter ihren Füßen die U-Bahn grummelte. Und wieder ein Stück weiter war es mit der Herrlichkeit dann plötzlich vorbeigewesen. Da hatte er unvermittelt zwischen öden Mietskasernen gestanden, die ihn mit ihren vielen trüben Fensteraugen gleichgültig anstarrten und von deren zahlreichen Hinterhöfen einer immer düsterer und dunkler als der andere zu sein schien. Ärmlich hatten die Leute dort ausgesehen, so sehr, daß er sich in seinen guten Kleidern völlig fehl am Platze gefühlt und schnell wieder das Weite gesucht hatte. Dabei ist er keineswegs reich. Das Geld für diesen kurzen Ausflug nach Berlin hatte er sich über Monate zusammensparen müssen. Und der Mantel, den er trägt, ist sein einziger, den er, um ihn zu schonen, nur zu ganz besonderen Anlässen aus dem Schrank hervorholt; Anlässen, wie dieser Ausflug nach Berlin einer ist, dieser großen Stadt seiner Träume.

Leipziger Straße mit Dönhoffplatz, 1925
Die Leipziger Straße mit Dönhoffplatz, im Hintergrund die Spittelkolonnaden, 1907
Quelle: Stadtmuseum Berlin, Fotograf: Max Missmann, Inventar-Nr.: IV 65/297 V
© Stiftung Stadtmuseum Berlin, mit freundlicher Genehmigung.

Nun ist er trotz seiner aufkommenden Müdigkeit unterwegs in die Leipziger Straße. Diese berühmte Geschäftsstraße, deren Ruf ihr weit über die Grenzen der Stadt in alle Teile des Landes vorauseilt, will er unbedingt noch sehen. Während er eifrig nach links und rechts schaut, reißt ihm ein plötzlich von hinten kommender, heftiger Windstoß seinen Hut vom Kopf. Dieser landet vor ihm auf dem Bürgersteig, doch anstatt dort liegen zu bleiben, rollt er auf seiner Krempe schnell immer weiter vor ihm her. Panisch stürzt der junge Mann ihm nach. Auf keinen Fall möchte er den Hut verlieren, denn genau wie der Mantel ist es sein einziger. Gerade als er ihn erreicht, frischt der Wind erneut auf und treibt das gute Stück erneut davon. Es tanzt auf dem Gehweg um die Beine der ihm entgegenkommenden Passanten, die ihm überrascht und mit offenem Mund hinterherschauen und so dem jungen Mann bei seiner Jagd nach dem Hut im Wege stehen. Gerade als dieser resigniert alle Bemühungen, seine Kopfbedeckung wieder einzufangen, aufgeben will, rollt diese durch die bogenförmige Öffnung eines auf den Bürgersteig vortretenden Säulenganges. Ohne die treibende Kraft des Windes, der in dem pavillonartigen Vorbau seine Kraft verliert, verlangsamt sie ihr Tempo.
„Holla, wat ham wa denn hier?“, ruft eine Stimme, und eine Hand langt nach dem Hut und hebt ihn auf, gerade als der junge Mann ihn atemlos erreicht. „Is det Ihrer?“
„Ja“, preßt der junge Mann, um Atem ringend, hervor. „Danke, daß Du … ihn erwischt hast. Ich renne … ihm schon ein ganzes Stück … hinterher, aber der Wind … hat ihn immer wieder weggetrieben!“
„Keen Problem“, antwortet der sommersprossige Bengel, dem die Hand gehört, und reicht ihm den Hut. „Det war nich schwer. Hier in den Kolonnaden hat der Wind keene Chance nich. Uff de andern Straßenseite hätten Se aba nich so viel Glück jehabt. Da jibbet die nich mehr.“
Der junge Mann schaut sich um.
„Ach, da stand auch mal so ein Säulengang?“, will er, nun schon wieder etwas zu Atem gekommen, wissen.
„Ja, aba den ham se abjerissen. Vorn paar Jahren oder so.“
„Wieso denn das?“
Der Bengel zuckt die Schultern. „Keene Ahnung. Meen Vadder sacht, det heute keener mehr so recht weeß, warum eijentlich.“
„Wie schade“, antwortet der junge Mann und betrachtet die Kolonnade, die ihm seinen Hut gerettet hat, eingehender. Der Zahn der Zeit hat ihr zugesetzt. Der ehemals helle Sandstein ist mit den Jahren dunkel geworden, hier und da ist er etwas lädiert. Und die die Kolonnade umgebenden hohen Häuser scheinen drohend auf sie herabzublicken. Doch in ihrer elegant geschwungenen Bogenform, mit den Säulen und den Reliefs an den Rückwänden gefällt sie ihm recht gut.
„Das war bestimmt schön“, fährt er, an den Bengel gewandt, fort. „So ein Säulenbogen zu beiden Seiten der Straße ist doch mal was anderes als die schnurgeraden Fassadenreihen, die die Straßen sonst so zu bieten haben. Das hätte ich gerne gesehen.“
„Tja, det is nu zu spät“, erwidert der Bengel altklug. „Aba immerhin ham Se ja jetzt Ihren Hut wieda. Passen Se det nächste Mal bisken besser druff uff, wa?“
„Werd’s mir merken“, erwidert der junge Mann lachend. „Danke Dir nochmal!“
Und damit setzt er seinen Weg fort.

Nur vier Jahre zuvor, 1928, ist die Situation an dieser Stelle eine völlig andere. Wäre der junge Mann zu dieser Zeit hier vorübergekommen, hätte er beide Säulengänge noch die geschäftige Leipziger Straße säumend vorgefunden und bewundern können. Doch 1928 ist auch das Jahr, in dem die Geschichte vom Ende der Spittelkolonnaden ihren Anfang nimmt.

Von der Mücke zum Elefanten

Wieder einmal ist eine Diskussion um die Verbreiterung der Leipziger Straße im Gange, deren Notwendigkeit ihre Befürworter mit der Verbesserung des Verkehrs begründen. Nun steht es außer Frage, daß die „Leipz’jer“, wie die Berliner sie kurz nennen, sich mittlerweile zu einer berühmten Geschäftsstraße entwickelt hat, was durchaus mit einer Zunahme des Verkehrs einhergegangen ist. Doch die Gegner der Straßenverbreiterung sehen deren Notwendigkeit durchaus nicht als gegeben an.

Im Oktober 1928 legt die Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH, der die unter den Hausnummern 54 bis 56 zu findenden Grundstücke hinter und neben den südlichen Spittelkolonnaden gehören, ein Projekt vor, das die Errichtung eines Neubaus auf diesem Areal zum Gegenstand hat. Der Säulengang, der vor diesen Grundstücken steht, soll der Planung zufolge in den neu zu errichtenden Gebäudekomplex einbezogen werden. Die Gesellschaft reicht das Projekt bei der städtischen Baupolizei ein, die diesen Vorgang zum Anlaß nimmt, eine Verbreiterung der Leipziger Straße anzuregen. Das Städtebauamt schließt sich diesem Vorschlag an und macht aus dieser Anregung unmittelbar ein dringendes Verlangen. In kürzester Zeit wird dafür eine neue Fluchtlinie projektiert, der die Außenwände der Gebäude an der Straße zukünftig folgen müssen.

Bereits zwei Monate später, am 5. Dezember, beginnt die Stadtverordnetenversammlung mit der Diskussion über die neue Fluchtlinie. Nur einen weiteren Monat darauf, am 10. Januar 1929, legen der Magistrat der Stadt und das Bezirksamt Mitte ihr einen Plan vor, der die neue Bauflucht für die Leipziger Straße beschreibt, allerdings nicht, wie man angesichts des Wunsches nach Verbreiterung der Straße annehmen könnte, für deren gesamte Länge, sondern nur für den Abschnitt zwischen Spittelmarkt und Dönhoffplatz. Auf diesem soll die Leipziger Straße auf eine Breite von 32 Metern gebracht werden. Die Stadtverordnetenversammlung erklärt sich, ohne an dieser Merkwürdigkeit Anstoß zu nehmen, einverstanden.

Die neu geplante Fluchtlinie schneidet mitten durch die südliche Kolonnade, und zwar so, daß nur ein geringer Teil des Grundstücks, auf dem sie steht, hinter dieser Linie liegt. Der Säulengang gelangt so unvermittelt in das neu geplante Straßenland. Doch das ist noch nicht alles. Selbst Teile der hinter der Kolonnade liegenden Grundstücke Leipziger Straße 54 bis 56 finden sich auf dem neuen Plan buchstäblich auf der Straße wieder. Daß man dies beim Entwurf einfach übersehen hat, ist kaum anzunehmen. In der Konsequenz stehen die südlichen Spittelkolonnaden nun der Straße im Weg. Hinzu kommt, daß die Hinterwand des Gontardschen Bauwerks gleichzeitig die Fassade des dahinter stehenden Hauses bildet. Dieses muß für den von der Gesellschaft für Vermögensverwaltung geplanten Neubau abgerissen werden. Weil der sich jedoch an die neue Fluchtlinie zu halten hat, können, so meint der Magistrat der Stadt, die Kolonnaden keineswegs mehr stehen bleiben, und plant ihren Abriß.

Spittelkolonnaden, Berlin, Leipziger Straße, um 1930
Die Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße, um 1930.
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr.: 834.301, © Bildarchiv Foto Marburg, mit freundlicher Genehmigung.

Daß die Gesellschaft für Vermögensverwaltung die Spittelkolonnaden in ihren Neubau integrieren wollte, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Und so kollidiert die neu festgesetzte Fluchtlinie mit dem Neubauplan der Gesellschaft, was die Stadt dazu zwingt, mit dieser zu verhandeln, um eine Einigung herbeizuführen. Weil der Plan für die neue Bauflucht noch nicht endgültig beschlossen ist, erklärt sich die Gesellschaft für Vermögensverwaltung bereit abzuwarten, wie sich die Vorarbeiten hinsichtlich der Fluchtlinie bei der Stadt entwickeln. Nun wird aber ein Teil des Geländes, das der Gesellschaft gehört, durch die neue Baulinie zu Straßenland, so daß er in den Besitz der Stadt übergehen muß. Das Areal des kleinen Teils der südlichen Kolonnade, der noch hinter der neuen Fluchtlinie liegt, muß andererseits aber, wenn sie abgerissen wird, für den Neubau der Gesellschaft verwendet werden, damit dieser der neuen Bauflucht genügt. Man einigt sich schließlich mit einem Grundstückstausch, dem die Gesellschaft jedoch nur unter der Bedingung zustimmt, daß der von ihr geplante Bau binnen kurzem in der neuen Fluchtlinie genehmigt wird. Entsprechend dieser Absprachen reicht sie kurz darauf einen neuen Bauvorschlag ein, der zwar die geplante Bauflucht berücksichtigt, in dem die Kolonnaden aber nicht mehr Bestandteil des neuen Gebäudes sind.

Meine Kolonnaden, Deine Kolonnaden

Doch die Stadt hat noch ein weiteres Problem. Nach einem Vertrag, den sie im Dezember 1875 mit dem Preußischen Staat geschlossen hatte, ist sie zwar der Eigentümer der Grundstücke, auf denen die Spittelkolonnaden stehen, die Säulengänge selbst gehören diesem jedoch nach wie vor. Der Magistrat der Stadt muß also, will er die Kolonnaden abreißen, mit dem Staat darüber verhandeln. Dazu kommt es schließlich im Mai 1929.

Im Ergebnis stimmt der Preußische Staat grundsätzlich dem Abriß beider Säulengänge, denn darum geht es mittlerweile, zu. Dies ist jedoch mit einem großen Aber verbunden. Zum einen verlangt der Staat den Wiederaufbau der Spittelkolonnaden an anderer Stelle. Zum anderen will er die Unkosten sowohl für den Abriß als auch für den Wiederaufbau erstattet haben. Allein für den unmittelbar betroffenen südlichen Säulengang werden diese auf rund 30.000 Reichsmark geschätzt. Darüberhinaus hat nach Paragraph 8 des Enteignungsgesetzes der Eigentümer eines Bauwerks, das wie in diesem Fall für eine neue Fluchtlinie abgerissen werden muß, einen Anspruch auf volle Entschädigung. Das Ergebnis der Verhandlungen ist ein Vertrag zwischen der Stadt Berlin und dem Preußischen Staat, der festlegt, daß dieser zunächst drei Jahre Zeit hat, den Wiederaufbau der Spittelkolonnaden an einem Ort in die Wege zu leiten, den er selbst bestimmt, den die Stadt jedoch nicht zur Verfügung stellen muß. Verstreicht diese Frist ungenutzt, darf die Stadt selbst einen Platz auswählen, an dem sie die Säulengänge auf eigene Kosten wiederaufbaut. Geschieht auch das nicht, muß sie dem Preußischen Staat den mit 150.000 Reichsmark angenommenen Wert der Spittelkolonnaden am 1. Juli 1932 vollständig erstatten. Kommt es jedoch auf die eine oder andere Art zu einem Wiederaufbau, bleibt der Staat Eigentümer der Säulengänge, während die Stadt Berlin sie jedoch unterhalten muß.

Weil auf diese Weise die Entscheidung über den Wiederaufbau vertagt wird, läßt der Preußische Staat in besagtem Vertrag festlegen, daß vor ihrem Abriß zeichnerische und fotografische Aufnahmen der Kolonnaden angefertigt werden. Desweiteren müssen nicht aus Werkstein bestehende Gliederungen und Zierrate abgeformt werden, was insbesondere für die zahlreichen Stuckornamente an den Innenseiten der Rückwände gilt. Die Stadt Berlin wird verpflichtet, alle Sandsteinteile zu konservieren, auch wenn sie im Besitz des Staates verbleiben. Außerdem ist sie für den Transport und die Einlagerung der für den Wiederaufbau in Betracht kommenden Teile verantwortlich. Als Aufbewahrungsort wird der Bauplatz der Firma Zeidler & Wimmel in der Mühlenstraße ausgewählt, die bereits in die Versetzung der Königskolonnaden involviert war. Der Abriß der südlichen Spittelkolonnaden soll unmittelbar nach Abschluß der Aufnahmearbeiten beginnen, während der der Nordseite vertagt wird. Die Stadt darf den entsprechenden Zeitpunkt innerhalb der folgenden drei Jahre festlegen, danach übernimmt dies der Staat.

Am 16. Mai 1929 reicht der Magistrat der Stadt bei der Stadtverordnetenversammlung eine Beschlußvorlage ein, die den mit dem Preußischen Staat abzuschließenden Vertrag zum Gegenstand hat.

Wider den Abriß!

Bei all der Planung und all den Verhandlungen mit dem Staat und der Gesellschaft für Vermögensverwaltung hat der Magistrat eines völlig außer Acht gelassen: die öffentliche Meinung. Und diese, mittlerweile durch entsprechende Zeitungsmeldungen über die Vorgänge hinreichend informiert, meldet sich nun lautstark zu Wort, was die Entscheidung über das Baugesuch der Gesellschaft und über den neuen Fluchtlinienplan erst einmal verzögert.

Am 13. Mai 1929 erscheint in der Deutschen Allgemeinen Zeitung eine vom Stadtplaner Werner Hegemann initiierte Protestkundgebung führender Fachleute Deutschlands, die den Titel „Schluß mit der Zerstörung Berlins! Baumeister und Städtebauer gegen den Abbruch der Spittelkolonnaden“ trägt. Dieser lautet:

Der Aufruf "Gontards Spittelkolonnaden gefährdet" von 1929
Der Aufruf Gontards Spittelkolonnaden gefährdet“ von 1929, initiiert von Werner Hegemann.
Quelle: Zeitschrift „Die Baupolitik – Zeitschrift für Bauwesen und Städtebau, Siedlungspolitik und Wohnungsfürsorge“, Wien, 3. Jahrgang, 1929, Heft 8, S. 236 – Digitalisiert durch die Zentral- und Landesbibliothek Berlin, 2006.
Bearbeitet: Alexander Glintschert
Gemeinfrei, da urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen.

Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß die schönen, aber leider seit langem vernachlässigten Kolonnaden, die Karl von Gontard für Friedrich den Großen im Jahre 1776 in der Leipziger Straße nahe dem Spittelmarkt baute, plötzlich abgerissen werden sollen. Viele führende Fachleute des deutschen Bauwesens glauben nicht, daß die Rücksicht auf Verkehrsbedürfnisse das Opfer eines derartigen Bauwerkes aus bester Zeit rechtfertigt. Selbst wenn die Leipziger Straße an dieser Stelle durchaus verbreitert werden müßte, stünde der Verschiebung der einen Hälfte der Kolonnaden um einige Meter nach Süden nichts im Wege. Der unerfreuliche Anblick, den die Kolonnaden in der letzten Zeit gewährten, könnte durch verständnisvolle Gestaltung der benachbarten Grundstücke beseitigt und ein Schmuckstück von schönster, durch Überlieferung gebundener Eigenart geschaffen werden. Der Einwand, daß die Kolonnaden ja ursprünglich für eine andere Umgebung gedacht waren, als die hohe Bebauung, die heute in dieser Nachbarschaft unvermeidlich ist, erscheint nicht stichhaltig. Derselbe Einwand, wenn er stichhaltig wäre, träfe mehr oder weniger auf sehr viele alte Bauwerke zu, die keineswegs abgerissen werden dürfen. Im Gegenteil ist ein schönes altes Bauwerk, selbst wenn es sich nicht so zwanglos wie die Spittel-Kolonnaden [sic!] in den Verkehr der modernen Straßen einordnen läßt, als eine wertvolle Gegebenheit zu betrachten, der die Neubauten verständnisvoll angegliedert werden müssen. Durch solches verständnisvolle Angliedern neuer Bauten an alte, wertvolle Kunstwerke wird das bauliche Gesicht einer alten Stadt veredelt, während im Gegensatz dazu durch die rücksichtslose einförmige Verlängerung neuer Straßenfluchten der künstlerische Wert einer Stadt herabgemindert wird.

Der Einwand, daß die alten Kolonnaden zwar abgebrochen, aber an anderer Stelle vielleicht wieder aufgebaut werden können, verspricht keine befriedigende Lösung. Eine Aufstellung an anderer Stelle hat Museumscharakter und ist in ihrem Werte nicht entfernt zu vergleichen mit ehrerbietiger Würdigung und Erhaltung eines guten, alten Bauwerks an der Stelle, für die es ursprünglich bestimmt war. Die Tatsache, daß Berlin auch in seinen alten Teilen wesentlich ärmer an reizvollen alten Bauwerken ist als andere Hauptstädte, z. B. Rom, ist kein Grund, auch die wenigen ererbten Schätze zu beseitigen. In Rom würde man gar nicht auf den Gedanken kommen, ein historisches Bauwerk abzureißen, und Rom erhebt nicht weniger Anspruch darauf, eine moderne Großstadt zu sein. Ohne Überhebung, aber doch mit Stolz soll man auch in alten deutschen, sogar in Berliner Straßen Goethes Wort sagen dürfen:

„Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in diesen heiligen Mauern.“

Einen Tag später meldet dieselbe Zeitung, daß sich auch der Senat der Preußischen Akademie der Künste gegen die Vernichtung der Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße ausgesprochen habe, da sie ein wertvolles Baudenkmal seien. Ihr Präsident, Professor Max Liebermann, richtet ein entsprechendes Schreiben an den Berliner Oberbürgermeister Gustav Böß, um sich ebenfalls für den Erhalt der Kolonnaden einzusetzen. Er schreibt,

[er tue das] nicht nur als Präsident der Akademie und Vorsitzender des Senats [der Akademie – Anmerkung des Autors], sondern auch als Ehrenbürger der Stadt Berlin, die leider immer ärmer an historischen Resten ihrer einstigen Kultur aus der Barock- und klassizistischen Zeit wird.

Für den Magistrat ist es unmöglich, diesen „Widerspruch der künstlerisch interessierten Kreise Berlins“, wie er ihn nennt, zu ignorieren, und so bequemt er sich, wie die Deutsche Allgemeine Zeitung am 18. Mai berichtet, zu der amtlichen Mitteilung, daß

[dieser Widerspruch ihm] Anlaß gegeben [habe], die Frage der Möglichkeit der Einbeziehung der Kolonnaden in die Neubebauung der Grundstücke Leipziger Straße 55/56 in der neuen Fluchtlinie einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.

Verbunden ist diese Erklärung mit dem Versprechen, „in kürzester Zeit“ mit einem Ergebnis dieser Prüfung aufzuwarten. Doch anstatt dies zu tun, bittet der Magistrat die Stadtverordnetenversammlung bereits eine Woche später erneut um ihr Einverständnis mit dem Vertrag, den er mit dem Preußischen Staat zu schließen gedenkt. Weil dies nicht lang verborgen bleibt, versucht er vorsorglich, die Gemüter mit der Behauptung zu beruhigen, daß mit dieser erneuten Vorlage das Schicksal der Kolonnaden bei weitem noch nicht entschieden sei. Das veranlaßt die Deutsche Allgemeine Zeitung zu einem vergleichsweise scharfen Kommentar, der am 25. Mai 1929 erscheint:

Der Magistrat hätte Gelegenheit gehabt, seine ursprünglichen Pläne wegen der Kolonnaden mit einer großzügigen Geste unter Hinweis auf die Stimmen aus den Künstlerkreisen zu korrigieren. Ihm wäre kein Stein aus der Krone gefallen, und der Öffentlichkeit wäre gezeigt worden, daß man im Rathause gewillt ist, Rat und Lehre anzunehmen, die wohlgemerkt nicht von Nörglern, wie man es im Roten Hause bei solchen Gelegenheiten gern hinzustellen pflegt, kamen, sondern von sachverständigster Seite. Statt aber den Mut aufzubringen, der vielleicht zu einem solchen Entschluß gehören mag, macht man eine neue Vorlage, die trotz der Versicherung, das Schicksal der Kolonnaden sei „noch in keiner Weise endgültig entschieden“, doch nur den Sinn haben kann, daß der Magistrat auf seinem Plan beharrt. Ist es nun Starrsinn, der da meint, die Ansichten und Wünsche der „Regierten“ in den Wind schlagen zu können, oder wirklich ein so unbegreifliches Unverständnis für Imponderabilien?

Und sie ist nicht die Einzige! Auch die „Brandenburgia, Gesellschaft für Heimatkunde und Heimatschutz in der Mark Brandenburg“ sendet eine Protestnote gegen den Abriß. In ihrem Brief an den Magistrat heißt es:

Die Brandenburgia, Gesellschaft für Heimatkunde und Heimatschutz in der Mark Brandenburg, schließt sich den Protesten des Senates der Preußischen Akademie der Künste und namhafter Berliner Architekten gegen den Abbruch der Spittelkolonnaden in allen Punkten an. Die notwendigen Verkehrsverbesserungen lassen sich auch ohne die Vernichtung dieses hervorragenden Bauwerkes durchführen. Eine Versetzung der Kolonnaden an einen anderen Platz würde in ihrer Wirkung nur wenig hinter einer Zerstörung zurückstehen. Die Berliner Bürgerschaft hat ein Recht darauf zu fordern, daß an dem Bilde ihrer Heimatstadt, das ihr von Kindheit an lieb und vertraut ist, nicht einschneidende Veränderungen vorgenommen werden, ohne daß ihr vorher Gelegenheit zur Äußerung gegeben wird. Das gilt umso mehr, je ärmer Berlin im Vergleich mit anderen Großstädten an eindrucksvollen Denkmälern der Vergangenheit ist. Das Verfahren, derartige Fragen unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu entscheiden und die Bürgerschaft vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist mit dem Geiste einer wahren Selbstverwaltung unvereinbar und kann auch nicht mit der Notwendigkeit der Verhütung spekulativer Bodenpreissteigerungen begründet werden, da die Geheimhaltung so weittragender Pläne sich auf die Dauer doch nicht durchführen läßt und zur Verhinderung der Spekulation andere Mittel auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Steuerpolitik zur Verfügung stehen.

Der „Verein für die Geschichte Berlins, gegründet 1865“ erhebt ebenfalls Einspruch gegen den Abriß und bekundet, daß

eine Versetzung an einen anderen Ort […] für den Verein ebenfalls keine annehmbare Lösung [ist].

Schließlich äußert sich auch die Akademie des Bauwesens zugunsten der Spittelkolonnaden:

Die Akademie des Bauwesens verkennt in keiner Weise die Verkehrsschwierigkeiten im Berliner Stadtkern, glaubt aber nicht, daß diesen Schwierigkeiten durch einfache Verbreiterung eines kurzen Straßenstückes begegnet werden kann.

Die berechtigte Frage, wie sich die in einer Straße existierenden Verkehrsprobleme denn lösen lassen, wenn man nicht die gesamte Straße, sondern nur ein vergleichsweise kleines Stück verbreitert, ergänzt sie um den Hinweis, daß selbst für diesen kleinen Bereich keine sinnvolle Planung existiert. Bisher sei nur ein einziger Neubau vorgesehen, während es in dem neuen Fluchtlinienplan doch um insgesamt sieben Grundstücke gehe, die allesamt bereits bebaut seien. Und sie fragt, wann denn die anderen sechs Grundstücke ihre Bauflucht zurücksetzen sollen, um anschließend festzustellen:

Der gewünschte Zustand würde unter Umständen erst nach Jahren, vielleicht erst nach Jahrzehnten eintreten.

Aus diesen Gründen müßte nochmals eingehend überlegt werden, ob wirklich eine Verbreiterung dieses Straßenteiles eine zwingende Notwendigkeit ist. Wenn es aber schon zweifelhaft ist, ob eine Straßenverbreiterung an dieser Stelle notwendig ist, dann dürfen um so weniger die kulturellen Werte, die dabei vernichtet werden würden, außer Betracht bleiben. Weder der vernachlässigte Zustand der Kolonnaden noch ihre unmögliche Umbauung, die beide ja nur ein schlechtes Zeugnis dafür ablegen, wie man in Berlin auch schon in den letzten 60 Jahren mit Baudenkmälern umging, können ein Beweis dafür sein, daß sie des Erhaltens nicht wert sind. Eine Stadt, die nur einigermaßen Wert darauf legt, die wirklich baukulturellen Zeugen der Vergangenheit zu ehren und sie in unsere, an solchen Werten so arme Zeit herüberzuretten, muß Wege finden, sie auch in Einklang mit den unabänderlichen Forderungen der Jetztzeit zu bringen. In einer Zeit, die alte Architekturen aus fernen Ländern in Berliner Museen versetzt, sollte man um so weniger Mühe scheuen, ein deutsches und noch dazu bodenständiges Architekturstück dort zu erhalten, wo es verwurzelt ist. Es ist das nicht nur eine selbstverständliche Ehrenpflicht gegenüber denjenigen Generationen, die den Grund für Berlins heutige Größe gelegt haben, es ist zugleich eine Rettung vor der Nivellierung, die mit den gegenwärtigen Bestrebungen nach Mechanisierung und Typisierung das Gesicht aller modernen Großstädte gleichzumachen droht.

Relief, Spittelkolonnaden, Berlin, Leipziger Straße, um 1930
Relief an den Berliner Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße, um 1930.
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr.: 834.302, © Bildarchiv Foto Marburg, mit freundlicher Genehmigung.

Die Akademie schließt mit der dringenden Bitte um die Erhaltung der Spittelkolonnaden an Ort und Stelle, verbunden mit der Beseitigung des vernachlässigten Zustandes der Säulengänge. Darüberhinaus solle die rückwärtige Bebauung mit den Kolonnaden in einen baukünstlerischen Zusammenhang gebracht werden.

Doch nicht nur Vereine und Institutionen mischen sich in die Debatte. Auch Einzelpersonen werden zum Fürsprecher der bedrohten Kolonnaden. Unter ihnen ist der Schriftsteller Franz Hessel, der in seinem zu diesem Zeitpunkt erscheinenden Werk „Spazieren in Berlin“ wohlwollende Worte über die Spittelkolonnaden findet:

Im Kleistpark sind Gontards Kolonnaden noch nicht ganz zu Hause, nicht so ins Stadtgefüge eingetan wie die Kolonnaden desselben Meisters am Ende der Leipziger Straße, deren Rundung in eine platzartige Erweiterung mitten in lauteste Geschäftsgegend ruhevolle Vergangenheit bannt. Es ist, als könnte man durch die Tore und Türen, die sich hinter den Säulen öffnen, geradewegs in die Zimmer vergangener Zeiten dringen.

Und auch der Architekturtheoretiker und -kritiker Gustav Lampmann wählt in seinem bereits zitierten, ebenfalls 1929 erscheinenden Artikel „Die Spittelkolonnaden in Berlin“ klare Worte in Bezug auf die Sinnhaftigkeit der Straßenverbreiterung, mit deren Notwendigkeit der Abriß der Säulengänge begründet wird:

Der verkehrsfördernde Erfolg dieser Straßenverbreiterung ist allerdings zunächst reine Theorie, da in vielen Jahrzehnten nicht damit zu rechnen ist, daß die z. T. noch recht jungen Geschäftshäuser der Südfront durch Neubauten ersetzt werden. Ob die Entwicklung des Verkehrs die Straßenverbreiterung überhaupt nötig machen wird, ist zweifelhaft. Die jetzigen Verkehrsverhältnisse rechtfertigen sie keinesfalls.

Und so, wie er in seinem kurz zuvor erschienenen Artikel „Hochhäuser an den Königskolonnaden in Berlin“ die Versetzung dieses anderen Gontardschen Meisterwerks kritisiert hatte, lehnt er diese Maßnahme auch für die Spittelkolonnaden ab:

Der von der Stadt Berlin zugesagte Wiederaufbau an anderer Stelle ist nur eine denkmalpflegerische Geste an Stelle der zu verlangenden denkmalpflegerischen Tat. Städtebaulich so stark gebundene Denkmäler überleben Verpflanzungen nicht. Ohne das Milieu der belebten Verkehrsstraße verlieren sie ihren Sinn.

Es gibt nur sehr wenige Stimmen, die den Abriß der Kolonnaden und ihre Versetzung an einen anderen Ort wirklich befürworten. Und so gibt es auch nur sehr wenige Vorschläge für in Frage kommende Plätze. Einer davon ist der Schloßpark von Niederschönhausen. Doch eine wirkliche Diskussion entwickelt sich darum nicht. Zu groß ist die Zahl der Abriß und Versetzung Ablehnenden.

Das Unvermögen der Politiker

Es ist der 15. Juni 1929, als der Stadtverordnetenausschuß 171 zu einer Vorberatung der vom Berliner Magistrat eingereichten Vorlage über die Spittelkolonnaden zusammentritt. Es geht um die Frage, ob das Bauwerk auf der Grundlage des mit dem Preußischen Staat ausgehandelten Vertrages abgerissen werden soll oder nicht. Einem vom Stadtverordneten Schultze über die Sitzung abgegebenen Bericht zufolge entbrennt im Ausschuß eine intensive Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern des Abrisses. Erstere plädieren für die Erhaltung der Kolonnaden und deren Einbeziehung in die neuen Baulichkeiten durch „einen geschickten Architekten“. Der Bericht faßt ihre Argumentation zusammen:

Die Spittelkolonnaden seien […] eins von den schönen alten Kunstbauwerken, von denen sich in Berlin nur noch ganz wenige befänden, so daß der vielfach geäußerte Wunsch auf Erhaltung aus künstlerischen und historischen Gründen nur zu unterstützen sei. Auch einer Verlegung nach einer anderen Stelle könne wohl kaum das Wort geredet werden, da die Berliner Bevölkerung sich an das architektonische Bild dieses Bauwerkes an der jetzigen Stelle gewöhnt habe.

Außerdem, wenden sie ein, könne man doch geplante Fluchtlinien durchaus auch wieder ändern, wenn gegen sie erhebliche künstlerische Bedenken geltend zu machen seien.

Die Fraktion der Abrißbefürworter versucht hingegen, ihre Position zu verteidigen. Dazu führt sie erneut die bereits bekannten Verkehrs- und Finanzargumente ins Feld: der Verkehr in der Leipziger Straße nehme stetig zu, was der Durchbruch der Lindenstraße zum Spittelmarkt noch befördern werde, und außerdem seien Erhaltung oder Versetzung schlicht zu teuer und könnten der Bevölkerung angesichts der Finanzlage der Stadt nicht vermittelt werden. Und außerdem, so erklärt einer der Vertreter dieser Gruppe, sei der künstlerische Wert des Bauwerks sowieso zweifelhaft und daher die Notwendigkeit seiner Erhaltung gar nicht gegeben.

Im Ergebnis dieser Diskussion gewinnen die Befürworter der Beseitigung der Spittelkolonnaden die Oberhand, ohne sich jedoch völlig durchzusetzen, und so gibt der Ausschuß schließlich die folgende, recht widersprüchliche Erklärung ab:

Die Versammlung erklärt sich mit dem Abschluß eines Vertrages mit dem Preußischen Staate über die Beseitigung und den Wiederaufbau der Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße […] einverstanden und bewilligt die durch die Ausführung des Vertrages zunächst entstehenden Abrißkosten in Höhe von 30.000 RM aus gemeinsamen Vorbehaltsmitteln für 1929.
Die Versammlung ersucht den Magistrat, alles daran zu setzen, die Kolonnaden an der jetzigen oder an einer anderen Stelle zu erhalten.

Insbesondere mit dem letzten Satz der Erklärung, die sie der Stadtverordnetenversammlung übergeben, versuchen die Abgeordneten im Ausschuß, den Gegnern des Abrisses entgegenzukommen und sich alle Möglichkeiten offenzuhalten – eine Taktik, die der kritischen Öffentlichkeit keineswegs entgeht, wie der folgende bissige Kommentar der Deutschen Allgemeinen Zeitung zeigt:

Wenn der Ausschuß die Magistratsvorlage, die einen Abriß der Kolonnaden vorsieht, annimmt, dann erscheint es nicht recht verständlich, weshalb er in einer platonischen Entschließung den Magistrat ersucht, die Kolonnaden an ihrer jetzigen oder wenigstens an einer anderen Stelle zu erhalten. Man hat den Eindruck, daß der Ausschuß nicht die Courage aufgebracht hat, die Magistratsvorlage rundweg abzulehnen, trotzdem er für die Erhaltung des Gontardschen Bauwerkes ist, für die sich bekanntlich zahlreiche maßgebende Stellen, wie die Akademie der Künste, die Bauakademie, der Verein für die Geschichte Berlins, die „Brandenburgia“ u. a. in eindrucksvollen Kundgebungen eingesetzt haben. Diese Herumrederei um eine Sache, die einen klaren Entschluß und den Mut zur Verantwortung vor der Öffentlichkeit verlangt, macht einen recht üblen Eindruck. […] Wir wissen das ganze künstlerisch und historisch interessierte Berlin hinter uns, wenn wir nochmals fordern: Hände weg von Gontards Kolonnaden!

Fünf Tage später, am 20. Juni, diskutiert die Berliner Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung den Beschluß des Ausschusses. Erneut tragen Befürworter und Gegner des Abrisses ihre Argumente vor, die jedoch längst hinreichend ausgetauscht sind, so daß die Diskussion diesbezüglich keine nennenswerten neuen Akzente setzen kann, sieht man einmal davon ab, daß in ihrem Verlauf die Angelegenheit in eine Auseinandersetzung zwischen Linken und Rechten übergeht. Die Abgeordneten der KPD, die sich stets für eine sozialere Politik zugunsten der werktätigen Bevölkerung einsetzen, schießen dabei deutlich über das Ziel hinaus und geraten bei der Frage um den Erhalt der Kolonnaden in eine ideologische Sackgasse, wie aus der Argumentation des Stadtverordneten Wisnewski zu ersehen ist:

Ich möchte betonen, daß wir gegen die Erhaltung künstlerisch wertvoller Gebäude nichts einzuwenden haben, daß aber die sozialen Verpflichtungen, die die Stadt Berlin zu erfüllen hat, viel mehr im Vordergrunde stehen. […] Die Vertreter der Kunst sollen sich in erster Linie für die Notlage der werktätigen Bevölkerung interessieren. Aber weil die Vertreter der Kunst kein Verständnis für die Notlage der werktätigen Bevölkerung haben, darum legen sie ihr ganzes Augenmerk auf die Erhaltung der Spittelkolonnaden. Man kann die Spittelkolonnaden dann wieder an anderer Stelle errichten, wenn die städtischen Körperschaften ihre Pflichten der werktätigen Bevölkerung gegenüber erfüllt haben. Aus diesem Grund lehnen wir den Streichungsantrag der Parteien der Rechten dieses Hauses, die sich heute ganz klar und eindeutig als Parteien des Rückstandes entlarvt haben, ab.

So richtig der Einsatz für eine soziale Politik zugunsten der Mehrheit der Bevölkerung ist, trifft der Angriff auf die Gegner der Beseitigung künstlerisch wertvoller Bauwerke schlicht die Falschen. Nicht sie waren und sind es, die einer sozialeren Politik im Wege stehen.

Als es am Ende zur Abstimmung über die Magistratsvorlage kommt, votiert die Versammlung dem vom Ausschuß vorgelegten Beschluß entsprechend mit 94 zu 64 Stimmen für den Abbruch der Spittelkolonnaden. Den Ausschlag gibt dabei die Mehrheit von SPD und KPD. Die Deutsche Allgemeine Zeitung bewertet dies als eine Entscheidung „gegen die übereinstimmende Ansicht des Berliner Bürgertums“.

Damit ist der Abriß der Spittelkolonnaden eine beschlossene Sache. Daß dies für das neue Fluchtlinienkonzept zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht der Fall ist, spielt dabei keine Rolle mehr.

Der Zerstörung erster Akt

Spittelkolonnaden, Südseite, Berlin, Leipziger Straße, um 1930
Die Südseite der Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße während des Abbruchs, um 1930.
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr.: 62.468, © Bildarchiv Foto Marburg, mit freundlicher Genehmigung.

Kaum drei Monate später beginnt man im September 1929 mit der Abtragung der südlichen Spittelkolonnade. Daß sie von der Preußischen Bau- und Finanzdirektion und unter der Leitung eines Regierungsbaumeisters durchgeführt wird, darf dabei als glücklicher Umstand gelten, denn der Preußische Staat als Eigentümer der Kolonnaden verfolgt nach wie vor das Ziel der Erhaltung des Bauwerks. Dafür werden alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen.

Um beispielsweise die kunstvolle Girlandenornamentik der Kolonnade durch den Abriß der Säulen und anderen Bauteile nicht zu gefährden, führt man zunächst eine genaue Prüfung des Materials und der Ausführungsart durch. Dabei entdeckt man wieder, was bis dahin völlig in Vergessenheit geraten war – die Ornamentik besteht nicht aus Stuck, sondern aus angetragenem Mörtel. So versucht man zunächst, die Ornamente unter Einsatz einer Säge von den Mauerteilen abzulösen. Weil der Mörtel jedoch infolge der Witterungseinflüsse bereits recht bröckelig geworden ist, scheitert dies. So geht man dazu über, von allen vorspringenden Zierleisten Gipsabgüsse anzufertigen, damit die Ornamentik bei einem Wiederaufbau an anderer Stelle nach diesen Modellen wieder neu hergestellt werden kann.

Nun, da der Abriß im Gange ist, begleiten ihn die Medien weiterhin kritisch. So werden sie nicht müde, darauf hinzuweisen, daß eine Entscheidung über einen Wiederaufbau an anderer Stelle noch immer nicht getroffen ist. Weder gibt es einen Ort, noch einen Termin für eine Wiedererrichtung der Kolonnaden. Die Deutsche Allgemeine Zeitung verweist in einem Artikel, der am 12. September 1929 erscheint, auf andere Bau- und Kunstwerke wie die Schinkelsche Reithalle am Palais des Prinzen Albrecht von Preußen und die Berolina, die ebenfalls abgerissen beziehungsweise entfernt wurden und bis zu diesem Zeitpunkt nicht wiedererstanden waren.

Die Arbeiten zur Sicherung der Kolonnaden schreiten bis zum Dezember 1929 voran, als das preußische Finanzministerium einen zwischenzeitlichen Stop verfügt. Ein Grund wird offiziell nicht genannt, doch rechnet man offenbar mit einer längeren Dauer, denn man richtet eine besondere Passage durch den Bauzaun und die Baustelle ein, um die erhebliche Beeinträchtigung des Fußgängerverkehrs zu mildern. Doch noch im gleichen Monat wird der Stop wieder aufgehoben und die Arbeiten gehen weiter. Nun drohen allerdings durch den hereinbrechenden Winter weitere Verzögerungen.

Dennoch setzt man die Abbauarbeiten fort, wobei man nun an den eigentlichen Abriß geht. Weiterhin versucht man, soviele Originalteile wie nur möglich zu erhalten. Die auf dem Bauwerk angeordneten Figuren werden sorgsam abmontiert. Erst danach macht man sich an den Abriß der kompakteren Gebäudeteile. Auch hier gelingt es leider nicht, alle originalen Bauteile zu erhalten, weil sich das bei der Errichtung der Spittelkolonnaden verwendete Baumaterial im Nachhinein als minderwertig und überdies durch Witterungseinflüsse stark beschädigt erweist. Was jedoch gerettet werden kann, wird wie geplant auf dem Gelände der Steinmetzfirma Zeidler & Wimmel eingelagert.

Das neue Jahr 1930 beginnt für die Stadt Berlin, wie das alte aufgehört hat: die Spittelkolonnaden sind ein Dauerthema. Um die Stadt zu einem Entschluß hinsichtlich deren Wiederaufbaus zu bringen, drängen sowohl der Landeskonservator im Preußischen Kultusministerium als auch leitende Persönlichkeiten der preußischen Bau- und Finanzdirektion auf eine Wiederaufstellung der Kolonnaden. Doch Berlin hat Geldprobleme. Stellt schon die prekäre finanzielle Lage der Stadt allein ein schwerwiegendes Hindernis für einen baldigen Wiederaufbau dar, sind wegen der recht starken Beschädigung der Kolonnaden für eine Wiedererrichtung deutlich höhere Kosten zu erwarten als bisher veranschlagt, weil dabei viele Teile neu aus Werkstein hergestellt werden müßten. Andererseits kann die Stadt den Wiederaufbau auch nicht einfach unterlassen, denn dem mit dem Preußischen Staat geschlossenen Vertrag zufolge würde auch das Kosten in Höhe von 150.000 Reichsmark verursachen.

Während man darüber nachdenkt, haben der preußische Fiskus und das Bezirksamt Mitte damit begonnen, eine Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung zu erarbeiten, die die Bebauung des Geländes der südlichen Spittelkolonnade betrifft. Diese ist nämlich trotz des bereits im Gange befindlichen Abrisses des Säulenganges immer noch nicht geklärt. Der Grund dafür ist neues Ungemach für die Stadt. Die Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH, mit deren eingereichtem Bauvorhaben die ganze Diskussion um den Abriß der Kolonnaden ihren Anfang genommen hatte, war einige Zeit zuvor mit Schadensersatzforderungen in Höhe von 700.000 Reichsmark an den Magistrat herangetreten, und zwar wegen der durch das neue Fluchtlinienkonzept ausgelösten fortgesetzten Verzögerungen ihres Bauvorhabens.

Nun, im Januar 1930, gelingt der Stadt eine Einigung mit der Gesellschaft. Und die hat es in sich. Zwar kann die Stadt den Schadensersatz auf 200.000 Reichsmark drücken und auch den ursprünglich vereinbarten Grundstückstausch ohne Änderungen beibehalten, doch muß sie auf den Schadensersatz Zinsen in Höhe von sieben Prozent akzeptieren. Hinzu kommt, und das ist das weitaus schwerwiegendere Problem, daß die Gesellschaft das Recht erhält, an ihrem neuen Gebäude Vorbauten zu errichten, wofür sie die bisherige, zehn Meter weiter vorne liegende alte Fluchtlinie nutzen darf, und zwar für ganze zehn Jahre! Diese Vorbauten stehen nicht nur der Verbreiterung der Leipziger Straße entgegen, sondern machen den begonnenen Abriß der südlichen Spittelkolonnade schlichtweg überflüssig.

Der Gesellschaft für Vermögensverwaltung gelingt die Durchsetzung dieser Forderung auch deshalb, weil die Stadt aufgrund ihrer prekären Finanzlage die Straßenverbreiterung voraussichtlich sowieso nicht in diesem Zeitraum ausführen kann – ein Umstand, der in der dem Abriß vorausgegangenen Diskussion nicht nur kein Thema war, sondern der, wie erst jetzt publik wird, auch den Abriß beinahe verhindert hätte. Der preußische Fiskus hatte dem neuen Fluchtlinienkonzept nämlich zu guter Letzt Widerstand entgegengesetzt und die Angelegenheit an das Wohlfahrtsministerium verwiesen, weil der Abriß der Spittelkolonnaden in Verbindung mit der finanziellen Unfähigkeit der Stadt, die neue Fluchtlinie baldmöglichst umzusetzen, eine riesige Baulücke verursachen würde. In den Medien wird vermutet, daß dies der Grund für die im Dezember durch das preußische Finanzministerium veranlaßten Verzögerungen beim Abriß der südlichen Kolonnade war. Erst als die Stadt zusicherte, daß sie gewährleisten würde, diese Lücke bis zur endgültigen Durchführung der neuen Fluchtlinie städtebaulich auszufüllen, hatte der Fiskus seine endgültige Zustimmung zum Abriß der Säulengänge erteilt. Mit den der Gesellschaft für Vermögensverwaltung zugestandenen Vorbauten erfüllt die Stadt diese Zusicherung.

Die Vereinbarung zwischen Stadt und Gesellschaft legt fest, daß die Vorbauten, die ein Ladengeschoß und ein Hochparterre enthalten dürfen, bis zum 1. April 1940 bestehen bleiben müssen. Erst nach diesem Zeitpunkt kann die Stadt ihre Entfernung verlangen. Lediglich für den Fall, daß es ihr gelingt, die neue Fluchtlinie vorher bis zum Dönhoffplatz oder auch nur bis zur Beuthstraße fortzuführen, wird ihr zugestanden, diese Forderung früher geltend zu machen. Mit Blick auf die finanzielle Lage Berlins geht jedoch niemand davon aus, daß dieser Umstand eintreten wird. Am 23. Januar 1930 nimmt die Berliner Stadtverordnetenversammlung diese Regelung an. Der Abriß der Spittelkolonnaden hat nun jeglichen Sinn, den man in ihm bis dahin möglicherweise noch gesehen haben könnte, verloren.

Doch der erste Akt ihrer Zerstörung ist damit immer noch nicht zu Ende. Als im Februar 1930 der südliche Säulengang bereits zu einem Teil abgerissen ist, kommt es erneut zu einer erzwungenen Pause bei den Abbrucharbeiten. Der Grund für diese neuerliche Unterbrechung ist nicht weniger skurril als der für die erste. Man hatte nämlich bisher offenbar übersehen, daß die Gesellschaft für Vermögensverwaltung nur eines der Gebäude hinter der südlichen Kolonnade besitzt, während sich das andere, zum Dönhoffplatz hin gelegene, im Eigentum einer Firma Neumann befindet. In diesem – und damit hinter dem noch stehenden Teil der südlichen Kolonnade – sind aber noch zwei Gastwirtschaften ansässig, die der vollständige Abriß des Säulenganges ihrer Hauswand berauben würde. Weil das natürlich nicht akzeptabel ist, müßte man in der Folge für die Lokalinhaber eine neue Fassade errichten – ein Umstand, den man bisher überhaupt nicht eingeplant hatte.

Die Gesellschaft für Vermögensverwaltung, die das betreffende Gebäude erwerben und abreißen möchte, um ein neues Geschäftsgebäude zur errichten, das bis zur Kommandantenstraße am Dönhoffplatz reicht, führt mit der Firma Neumann Verhandlungen über den Verkauf. Diese ziehen sich hin, doch letztendlich kommt es zu keiner Einigung. Weil das Gebäude in der Folge stehenbleibt, muß man nun auch dessen Vorderfront erhalten, will man sich nicht immensen Schadensersatzforderungen der Firma Neumann und der Inhaber der Gastwirtschaften aussetzen. Als im April die Arbeiten wieder aufgenommen werden, bleibt daher am Neumannschen Gebäude ein Stück der Kolonnadenrückwand erhalten – inklusive der darin eingebetteten Stuckelemente. Der dortige obere Teil der Kolonnade wird modernisiert und provisorisch mit Mörtel und Fachwerk zugemauert, um Wetterschäden zu vermeiden. Die daran angebrachten Verzierungen und Sockelfiguren entfernt man jedoch, setzt aber an einigen Stellen der Fassade neue Bauteile ein. Das Ergebnis kommentiert die Deutsche Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 26. April 1930:

[Dadurch ist] die klassische Barockfassade jetzt mit „neuer Sachlichkeit“ umgeben, und auf diese Weise ein abscheuliches Stilgemisch entstanden […], das der Traditionslosigkeit, die sich bei der ganzen Behandlung der Abrißfrage dokumentiert hat, völlig entspricht.

Spittelkolonnaden, Berlin, Leipziger Straße, Oktober 1931
Die Eckbauten der nördlichen Kolonnade und die Neubauten auf dem Platz der ehemaligen südlichen Spittelkolonnaden in der Leipziger Straße im Oktober 1931
Quelle: Bildarchiv Foto Marburg, Aufnahme-Nr.: LA 35/40, © Bildarchiv Foto Marburg, mit freundlicher Genehmigung.

Die andere Hälfte der südlichen Kolonnade ist dagegen weitestgehend entfernt worden. Nur einige Säulen stehen noch, die jedoch kurz darauf ebenfalls abgerissen werden. Direkt im Anschluß beginnen die Arbeiten für die Errichtung des neuen Gebäudes der Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH.

Indessen gibt es immer noch keine neuen Aussagen bezüglich eines Wiederaufbaus der Kolonnaden – von entsprechenden Entscheidungen gar nicht zu reden. Die gesicherten Bauteile des südlichen Säulenganges – Quader, Säulen, Schmuckfiguren – lagern auf dem Bauplatz von Zeidler & Wimmel, die Fotografien und angefertigten Baurisse liegen in den Plankammern der Preußischen Bau- und Finanzdirektion. Als man Ende September und Anfang Oktober 1930 eine Aufstellung der tatsächlichen Abrißkosten anfertigt, stellt man fest, daß die veranschlagten 30.000 Reichsmark um rund 5.600 Reichsmark überstiegen wurden. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligt die zusätzliche Summe, um die offenen Rechnungen begleichen zu können.

Damit endet der erste Akt der Zerstörung der Gontardschen Spittelkolonnaden. Als der junge Mann zwei Jahre später am verbliebenen nördlichen Säulengang den Berliner Straßenjungen trifft, ist der Zustand der halben Kolonnade längst städtische Realität. Und auch weitere drei Jahre später, 1935, hat sich daran nichts geändert – ein Umstand, der Kommentatoren jener Zeit zufolge zeigt, daß die Verkehrsnotwendigkeit, der die Kolonnaden zum Opfer gefallen waren, gar nicht bestanden hatte.

Nördliche Spittelkolonade, Berlin, Leipziger Straße, 1937
Die nördliche Spittelkolonade in der Leipziger Straße, 1937
Quelle: Stadtmuseum Berlin, Sammlung Online, Fotograf: Harry Croner, Reproduktion: Friedhelm Hoffmann, Berlin, Inventar-Nr.: CronerNeg1937 057
© Stiftung Stadtmuseum Berlin, mit freundlicher Genehmigung.

Der Zerstörung zweiter Akt

Im selben Jahr veranlaßt Stadtbaurat Kühn Beratungen über die Frage, wie man das wertvolle alte Bauwerk an anderer Stelle in der Berliner Innenstadt wiedererrichten könne. Ein vielversprechender Vorschlag unter anderen ist die Aufstellung an der Spree, beiderseits der Monbijoustraße, nahe dem Kaiser-Friedrich-Museum, das heute den Namen Bode-Museum trägt. Letztlich geschieht jedoch nichts, und als die deutschen Faschisten 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brechen, spielt die Frage der Versetzung der Spittelkolonnaden keine Rolle mehr.

Dieser Krieg ist es auch, der die Zerstörung der Gontardschen Säulengänge nahe dem Spittelmarkt vollendet. Als nach vier leidvollen Jahren und Millionen Toten die Kämpfe die deutsche Reichshauptstadt schließlich erreichen, werden die verbliebenen nördlichen Spittelkolonnaden in der Nacht vom 22. auf den 23. November 1943 bei Bombenangriffen schwer beschädigt. Der Schriftsteller Karl Grünberg beschreibt diesen traurigen zweiten Akt der Zerstörung in seinen „Reminiszenzen eines alten Berliners“:

Hier stand ich in der schrecklichen Nacht vom 22. zum 23. November 1943 in meiner Funktion als zwangsverpflichteter Feuerwehrmann mit der C-Rohr-Spritze in der Hand, als auch dieses Gebäude mitsamt den umliegenden Häusern in lodernden Flammen stand. Gern hätte ich mitgeholfen, dieses schöne Bauwerk zu retten, aber gegenüber dem ungeheuren Feuersturm war unser stundenlanges Bemühen vergeblich. Die ausgeglühten Reste mußten später abgerissen werden.

Von den Spittelkolonnaden des Carl Philipp Christian von Gontard, die zeit ihres Bestehens stets umstritten waren, bleibt damit kurz vor ihrem 170. Geburtstag nicht mehr als die ausgebombte Ruine eines halbrunden Säulenganges.


Das Banner auf dieser Seite zeigt ein Relief der Spittelkolonnade, aufgenommen 2019.
Fotograf: Alexander Glintschert (2019),
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